Gewaltprävention beginnt lange vor dem ersten Schlag
- melfischeremmerich
- 2 days ago
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Mobbing an Schulen, warum Angst Kinder lähmt und wir genauer hinhören müssen
Mobbing an Schulen ist kein „Streit unter Kindern“.Es ist kein normaler Entwicklungsprozess.Und es ist auch kein Thema, das sich einfach „von selbst regelt“.
Für betroffene Kinder ist Mobbing ein massiver emotionaler Ausnahmezustand. Und oft beginnt er leise.
Viele Kinder senden Signale, aber sie werden nicht immer richtig verstanden.
Die leisen Hilferufe
Kinder sagen selten: „Ich werde gemobbt.“
Stattdessen hören wir Sätze wie:„ Ich habe Bauchweh.

“„ Ich will da nicht mehr hin.“„ Die anderen mögen mich nicht.“„ Mir ist schlecht vor der Schule.“
Manche Kinder werden plötzlich still. Andere laut und aggressiv. Manche ziehen sich komplett zurück, andere versuchen verzweifelt, dazuzugehören.
Diese Veränderungen sind keine „ Phase “.Sie sind häufig Ausdruck von innerem Stress.
Was Angst im Körper eines Kindes auslöst
Angst ist ein biologischer Alarmzustand.
Wird ein Kind wiederholt ausgegrenzt, verspottet oder bedroht, aktiviert der Körper dauerhaft das Stresssystem. Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet. Der Körper befindet sich im Überlebensmodus.
Die Folgen können sein:
Konzentrationsprobleme
Leistungsabfall
Schlafstörungen
psychosomatische Beschwerden (Bauchschmerzen, Kopfschmerzen)
Reizbarkeit oder sozialer Rückzug
sinkendes Selbstwertgefühl
Ein Kind, das sich unsicher fühlt, kann nicht frei lernen.Ein Kind in Daueranspannung entwickelt Strategien, aber keine Leichtigkeit.
Warum viele Kinder nicht alles erzählen
Viele Kinder schweigen aus unterschiedlichen Gründen:
Angst vor Verschlimmerung
Scham
Loyalität gegenüber der Gruppe
Das Gefühl, „zu empfindlich“ zu sein
Die Sorge, nicht ernst genommen zu werden
Manche Kinder haben bereits versucht, etwas anzudeuten und erlebt, dass ihre Sorgen relativiert wurden.
„Ignorier es einfach.“„Das gehört dazu.“„Du musst stärker werden.“
Doch ein Kind, das sich nicht ernst genommen fühlt, zieht sich innerlich zurück. Und genau dort beginnt die eigentliche Isolation.
Warum Erwachsene manchmal nicht genau hinschauen
Eltern lieben ihre Kinder und dennoch fällt es manchmal schwer, anzuerkennen, dass sie leiden.
Lehrkräfte tragen große Verantwortung, stehen unter Zeitdruck und haben häufig wenig Ressourcen für individuelle Konflikte.
Nicht jedes Problem ist Mobbing. Aber jedes wiederkehrende Unwohlsein ist ein Signal.
Prävention bedeutet, früh sensibel zu reagieren, bevor aus kleinen Dynamiken feste Rollen werden.
Die Dynamik von Mobbing
Mobbing entsteht selten spontan. Es entwickelt sich:
Ein Kind wird wiederholt Ziel von Spott oder Ausgrenzung.
Die Gruppe schweigt oder lacht mit.
Das betroffene Kind verliert zunehmend an Selbstsicherheit.
Die Täter fühlen sich in ihrer Rolle bestätigt.
Mit der Zeit verfestigt sich das Machtungleichgewicht.
Je länger diese Dynamik besteht, desto schwieriger wird es für das Kind, alleine herauszufinden.
Gewaltprävention bedeutet innere Stärke
Gewaltprävention ist mehr als körperliche Selbstverteidigung.
Es geht um:
Selbstwertgefühl
Körpersprache
klare Kommunikation
das Setzen von Grenzen
den Mut, Hilfe zu holen
das Erkennen von Gruppendynamiken
Kinder, die sich innerlich stabil fühlen, strahlen Sicherheit aus. Sie lernen, frühzeitig klare Signale zu senden. Und sie entwickeln Handlungskompetenz statt Ohnmacht.
Unser Ansatz im Studio
In unserem Studio für Gewaltprävention arbeiten wir präventiv, stärkend und ressourcenorientiert.
Wir unterstützen Kinder dabei:
ihre Wahrnehmung ernst zu nehmen
Gefühle einzuordnen
ihre Stimme zu finden
Grenzen klar und respektvoll zu kommunizieren
sich selbst als handlungsfähig zu erleben
Dabei geht es nicht um Schuldzuweisung, sondern um Entwicklung.
Wir beziehen Eltern mit ein, schaffen Bewusstsein und fördern eine Kultur des Zuhörens.
Zuhören ist der erste Schutz
Wenn ein Kind immer wieder andeutet, dass „etwas nicht stimmt“, dann lohnt es sich, genau hinzuhören.
Nicht jedes Problem ist Mobbing. Aber jedes Kind verdient es, ernst genommen zu werden.
Gewaltprävention beginnt nicht im Ernstfall.Sie beginnt im Alltag. Mit Aufmerksamkeit.Mit Stärkung. Mit echtem Zuhören.








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